Hintergrund
Seit 2014 arbeitet die Stadt Freiburg daran, das Industriegebiet Nord im Rahmen des Klimaschutzteilkonzepts in eine Vorzeigeregion für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcenschonung zu transformieren.
Mit der Gründung der Green Industry Park (GIP) Initiative entstand eine Plattform, die Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen miteinander vernetzt, Bedarfe erfasst, Wissen austauscht und neue Innovationspotenziale erschließt. Zehn Jahre nach dem Projektstart sollte nun eine umfassende Zwischenbilanz gezogen werden, um die bisherigen Fortschritte zu bewerten, bestehende Herausforderungen zu identifizieren und eine klare strategische Perspektive für die kommenden Jahre zu entwickeln. Ziel war es, das Industriegebiet Nord bis 2035 zu einem energie- und ressourceneffizienten Standort auszubauen und einen wichtigen Beitrag zur regionalen Klimaneutralität zu leisten.
Die Lösung
Um diese Aufgabe umzusetzen, hat die Stadt Freiburg uns, den BadenCampus, gemeinsam mit unseren Partnern Klimapartner Südbaden und fors.earth, mit der Erstellung der Zwischenbilanz und der Entwicklung einer Zukunftsstrategie beauftragt. Unsere Lösung basierte auf einem ganzheitlichen Ansatz, der quantitative und qualitative Methoden kombiniert. Grundlage war eine umfassende Datenerhebung bei allen Unternehmen im Green Industry Park, um Kennzahlen zu Energieverbrauch, Ressourceneffizienz, Emissionen, Mobilitätsmanagement und Kreislaufwirtschaft zu erfassen. Diese aktuellen Daten wurden systematisch mit den Ausgangswerten aus dem Jahr 2014 verglichen, um Fortschritte sichtbar zu machen und noch ungenutzte Potenziale zu identifizieren.
Ergänzend haben wir Fokusgruppen-Interviews mit Vertreter:innen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen durchgeführt, um qualitative Einblicke zu gewinnen. Dabei wurden Erfahrungen, Herausforderungen und Bedürfnisse der Akteur:innen aufgenommen und in den weiteren Prozess integriert. In mehreren interaktiven Workshops entwickelten wir gemeinsam mit der Stadt Freiburg, ansässigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Stakeholdern ein Zukunftsbild für den Green Industry Park. Darauf aufbauend wurden konkrete Schlüsselmaßnahmen definiert, die den Standort auf dem Weg zu mehr Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung begleiten. Die Themenfelder reichten von erneuerbaren Energien über betriebliches Mobilitätsmanagement bis hin zu Kommunikation und Kooperation zwischen den Unternehmen.
Die Ergebnisse der Zwischenbilanz und der gemeinsam erarbeiteten Perspektiven haben wir beim 10-jährigen Jubiläum der GIP-Initiative vorgestellt. Damit liegt nun eine klare Datengrundlage und eine fundierte Handlungsbasis vor, auf deren Basis die Stadt Freiburg und alle beteiligten Unternehmen den Transformationsprozess in den kommenden Jahren gezielt gestalten können. Das Projekt hat nicht nur wertvolle Erkenntnisse über die bisherigen Erfolge und Herausforderungen geliefert, sondern auch das Netzwerk und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Institutionen und der Stadt gestärkt. So wurde eine gemeinsame Vision entwickelt, die den Green Industry Park langfristig als Modellregion für nachhaltige Industriepositioniert.